Dezember 2005
Ein leichtes Ziehen quer durch den Kopf, dumpf drückende Schmerzen oder ein hämmerndes Pochen – beinahe jeder Mensch hat im Laufe seines Lebens einmal damit zu tun. Oft handelt es sich bei den Kopfschmerzen um den Vorboten einer Erkältung. Gerade im Winter verursachen aber auch schlecht gelüftete Räume derartige Beschwerden. Die Ursachen für einen Brummschädel sind jedenfalls vielfältig.
Wer gelegentlich mit Kopfschmerzen zu tun hat, macht sich meist wenig Gedanken darüber. Manchmal helfen ein wenig Entspannung, sanfte Massagen des Nackens oder eine Tasse Kaffee. Wenn die Beschwerden länger anhalten, stärker werden oder den Tagesablauf unangenehm einschränken, greifen viele Patienten zu einem einfachen Schmerzmittel aus der Apotheke. Das ist auch gut so, denn nicht jeder Kopfschmerz ist gleich ein Fall für den Arzt.
Quelle: dgk
Doch leider passiert es immer wieder, dass Betroffene die leisen Warnsignale zu lange überhören. Sie merken nicht, dass die Beschwerden regelmäßig auftreten und immer stärker werden. Aber Kopfschmerzen können auch chronisch werden und sind dann schwer zu behandeln.
Wo sind die Grenzen der Selbstbehandlung? Ab wann ist ein Arztbesuch anzuraten? Was können Patienten im Vorfeld tun, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern?
Plötzlich einsetzende heftige Kopfschmerzen können Bote einer schweren Erkrankung wie eine beginnende Hirnhautentzündung sein. Werden die Kopfschmerzen langsam, aber stetig stärker, setzen die Beschwerden unvermittelt während einer körperlichen Anstrengung ein oder kommen gar Benommenheit, Fieber, Nackenschmerzen und Müdigkeit dazu, ist dringend ein Arztbesuch zu empfehlen.
Bei leichten Beschwerden raten Experten wie Privatdozent Dr. Rüdiger Schellenberg aus Hüttenberg, die Kopfschmerzen zunächst mit nichtmedikamentösen Methoden zu lindern. Leichtes Ausdauertraining, Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Hausmittel wie Kältekompressen oder Wasseranwendungen helfen manchen Betroffenen über den Schmerz hinweg.
Wer ein Schmerzmittel einnimmt, sollte darauf achten, dass es zuverlässig wirkt und richtig dosiert ist. Aktuelle Studien konnten zeigen, dass Kombinationspräparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein den Präparaten mit nur einem Wirkstoff oder Zweierkombinationen deutlich überlegen sind. Kombinationspräparate wirken schneller als vergleichbare Dosen von Einzelwirkstoffen. Eine deutliche Verringerung der Kopfschmerzen erreichte die Dreier-Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein durchschnittlich 15 Minuten schneller als bei alleiniger Gabe von ASS oder Paracetamol. Schmerzfrei waren die Patienten sogar eine halbe Stunde früher. Auch die Schmerzintensität ließ sich durch die Kombination schneller senken. Die Kombination hat ein breiteres Wirkspektrum, weil sie an unterschiedlichen Punkten der Schmerzweiterleitung angreift. So können die einzelnen Wirkstoffe niedriger dosiert werden. Das ist vermutlich ein Grund für die gute Verträglichkeit.
Rezeptfreie Schmerzmittel sollten aber nicht dauerhaft angewendet werden. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt, Tabletten höchstens an zehn Tagen im Monat und maximal drei Tage hintereinander einzunehmen. Sind die Schmerzen dann nicht verschwunden, ist auch dies ein Fall für den Arzt.
„Falls Sie zur Behandlung anderer Erkrankungen Arzneimittel einnehmen, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach Wechselwirkungen mit rezeptfreien Kopfschmerzmitteln befragen“, rät Schellenberg. Diese Vorsicht sollten Patienten aber eigentlich vor jeder Einnahme eines Medikamentes walten lassen, ergänzt der Experte.
Weitere Tipps und Ratschläge zur Vermeidung von Dauerkopfschmerzen und zur Behandlung erfahren Sie in der Broschüre „Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe“, die Sie gegen Einsendung eines adressierten und mit 1,44 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages beim Deutschen Grünen Kreuz e. V., Stichwort Kopfschmerzen, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg, anfordern oder im Internet unter www.forum-schmerz.de herunterladen können.
http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 23.07.2008)