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Migräne:
Nur Wenige nutzen die Möglichkeiten der Prophylaxe

August 2007

Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren

©Carlos Quandt - fotolia.com

Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren kann Migräne vorbeugen

Obwohl sich eine vorbeugende Behandlung für knapp 40% der Migräne-Betroffenen lohnen würde, wird die Möglichkeit nur von einem Bruchteil genutzt. Eine amerikanische Studie spricht in diesem Zusammenhang von einer Gruppe an Patienten, die aufgrund der Schwere und Häufigkeit ihrer Attacken von einer Prophylaxe profitieren würde. „Auch in Deutschland beugen viel zu wenig Patienten den Attacken vor“ kommentieren die Kopfschmerzexperten der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) in den „Kopfschmerz-News“ und gehen für Europa sogar davon aus, dass deutlich weniger als ein Zehntel derer, die mittels präventiver Maßnahmen Häufigkeit, Dauer und Schwere der Anfälle reduzieren könnten, davon auch Gebrauch machen.

Über vorbeugende Maßnahmen sollte nachgedacht werden, sofern die empfundene Stärke der Migräneanfälle unerträglich ist, die Häufigkeit bei mehr als drei Attacken im Monat liegt oder eine Akutbehandlung nicht die ersehnte Linderung bringt.
Neben einer medikamentösen Prophylaxe mittels Beta-Blockern wie Metoprolol oder Propranolol sowie dem Kalzium-Antagonisten Flunarizin, die Patienten in jedem Falle mit ihrem Arzt abstimmen sollten, gibt es auch etliche nicht-medikamentöse und alternative Strategien, die bei der Reduzierung der Stärke und Häufigkeit von Migräneattacken hilfreich sein können oder die medikamentöse Prophylaxe unterstützen.

Sport ist dabei das Mittel der ersten Wahl. Hier lautet die Empfehlung der Experten: Dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren. Am Besten an der frischen Luft. Die prophylaktische Wirkung ist wissenschaftlich belegt.
Verhaltensmedizinisch-psychologische Methoden bieten sich weiterhin zur Ergänzung an. Dazu gehören u.a. Entspannungsübungen wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, für die sogar ein besserer und länger andauernder Effekt belegt ist als für die Akupunktur. Eine entsprechende Anleitung können Sie auf den Webseiten der Schmerzakademie herunterladen.

Auch ist die Einnahme von Magnesium oder Vitamin B2 (Riboflavin) zur Migräne Prophylaxe denkbar. Einige kleinere Studien weisen auf eine Wirkung von Magnesium hin, wobei in geringem Maße Durchfälle oder Magen-Darmbeschwerden als Nebenwirkungen auftreten können. Bei Vitamin B2 (Riboflavin) geht man bei Dosen von 400mg von einem Effekt aus. Die Studienlage ist jedoch nicht ausreichend, um eine Wirksamkeit zu beweisen. An Nebenwirkungen sind auch hier Durchfälle oder leichte Magen-Darmbeschwerden möglich.

Die genannten Maßnahmen sollten erfolgen in Verbindung mit dem Führen eines Kopfschmerztagebuches und der Vermeidung bzw. dem bedachten Umgang mit bekannten Auslösern der Migräne.

Wichtig ist auch zu wissen, dass mit einer prophylaktischen Wirkung erst nach drei bis sechs Wochen gerechnet werden kann. Man sollte also nicht so schnell die Geduld verlieren.

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http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 23.07.2008)