Wir haben hier für Sie interessante Neuigkeiten aus der internationalen Wissenschaft zum Thema Schmerzforschung zusammengefasst:
Eine amerikanische Studie hat ergeben, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Körpergewicht und Kopfschmerzerkrankungen gibt. Demnach leiden adipöse Menschen häufiger unter Migräne als andere.
Eine Studie aus Korea belegt: Menschen, die ein Medikament zur Senkung der Bluttfettwerte (Cholesterinspiegel) einnehmen, haben deutlich seltener Migräne. Auch die Kopfschmerzintensität nimmt bei ihnen deutlich ab.
Menschen mit multipler Sklerose leiden laut einer griechischen Studie doppelt so oft unter Spannungskopfschmerzen, aber nur halb so häufig unter Migräne wie die Normalbevölkerung.
Studien aus Norwegen weisen nach: Diabetiker plagt seltener Migräne. Patienten mit Asthma, Heuschnupfen und chronischer Bronchitis leiden wiederum häufiger unter Kopfschmerzen.
Amerikanische und dänische Wissenschaftler fanden im Labortest mit Mäusen heraus, dass bei der Aura (dem häufigen Vorboten eines Migräneanfalls), Sauerstoffmangel im Gehirn herrscht. Während dieser Phase schwellen die Nervenzellen im Gehirn an und stören dadurch die Sauerstoffzufuhr. Wird die Sauerstoffzufuhr in einer Krisensituation künstlich erhöht, verkürzt sich die Dauer der Auraphase.
Forscher des Pasteur-Instituts in Paris haben einen Schmerzkiller in der menschlichen Speichelflüssigkeit entdeckt, der im Tierversuch mit Ratten bis zu sechs Mal wirksamer Schmerzen lindern konnte als Morphium. Ob diese neu entdeckte Substanz tatsächlich auch zur Schmerzbehandlung beim Menschen eingesetzt werden kann, muss noch untersucht werden.
Eine umfangreiche Untersuchung der Apothekeneinkäufe der letzten 25 Jahre in acht Ländern (Deutschland, Schweiz, Österreich, Belgien, Kanada, Australien, Frankreich, Schweden sowie USA) überraschte mit dem Ergebnis, dass der Pro-Kopf-Verbrauch an Schmerzmitteln in Deutschland in den letzten 25 Jahren sehr stabil ist. Die Deutschen handeln in Sachen Selbstmedikation offensichtlich sehr besonnen. Denn: Deutschland hat zusammen mit der Schweiz und Österreich den international niedrigsten Pro-Kopf-Verbrauch an Schmerzmitteln. In Schweden und Frankreich ist er 3mal höher!
Übrigens: Bei koffeinhaltigen Kombinationen ist der Verbrauch über die Jahre nicht gestiegen. Was die Aussage stützt, dass diese Gruppe von Schmerzmitteln tatsächlich nicht zum Mehrgebrauch in der Bevölkerung beiträgt.
Eine repräsentative Umfrage der Universitätsklinik und Poliklinik für Neurologie Essen bestätigte den verantwortungsvollen Umgang der Deutschen mit Schmerzmitteln. Circa die Hälfte der rund 12.000 Befragten litt im Befragungszeitraum unter Kopfschmerzen. Knapp 90% linderten sie durch Schmerzmittel und hielten sich genau an die empfohlenen maximalen Dosen und Anwendungszeiträume. Sprich: Der Patient greift nicht kopflos zur Tablette.