Februar 2008
Hormone und Stress sind mit deutlichem Abstand die häufigsten Migräne-Auslöser. Dies ergab eine Studie des Kopfschmerzzentrums Atlanta. Drei von vier Migränepatienten können – laut der US-Studie – im Schnitt sechs bis sieben Triggerfaktoren ( trigger = englisch für Auslöser) benennen, die bei ihnen zu den gefürchteten Attacken führen.
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In die Studie wurden die medizinischen Daten von 1.207 Erkrankten einbezogen. 84 Prozent davon waren Frauen. 76 Prozent der Betroffenen berichten, dass ihre Kopfschmerzattacken von Triggerfaktoren ausgelöst werden. Bei 40 Prozent sei das gelegentlich der Fall, bei 27 Prozent häufig und bei immerhin 9 Prozent sehr häufig.
Bei manchen Patienten reicht eine Stresssituation aus, um eine Migräneattacke auszulösen, bei anderen, wenn Änderungen im Schlaf-Wachrhythmus, Alkoholgenuss oder ein Wetterwechsel zusammentreffen.
In der Gruppe der Patienten, deren Kopfschmerzen sehr häufig durch Triggerfaktoren ausgelöst werden, sind Stress und Hormonschwankungen mit deutlichem Abstand die häufigsten Auslöser. Ein Drittel aller Frauen benannte Hormonschwankungen, jede vierte nannte Stress. Die Übrigen Faktoren erreichten kaum mehr als 10 Prozent.
80 Prozent der Patienten mit gelegentlich durch Trigger verursachten Kopfschmerzen nannten Stress als Auslöser. Für 65 Prozent waren Hormonschwankungen der Grund für Kopfschmerzen. Als weitere Auslöser wurden Hunger (57 Prozent), Wetterwechsel (53 Prozent) und Wechsel des Schlaf-Wach-Rhythmus (50 Prozent) genannt.
Nicht alle Patienten kennen die Auslöser für ihre Migräneattacken. Wer seinen persönlichen Trigger erkennt, kann ihn auch vermeiden. Das strikte Meiden ist allerdings erst sinnvoll, wenn der Übeltäter eindeutig überführt wurde: „Die Betroffenen müssen ihre individuellen kritischen Faktoren herausfinden“ rät Dr. Jansen, Schmerztherapeut im Schmerzzentrum Berlin. Genau darin liegt aber das Problem. Schließlich speisen sich die Schmerzattacken aus verschiedenen Quellen: Neben Hormonschwankungen und Stress können auch Nahrungsmittel und Alkohol, Nikotin, Müdigkeit, die Wetterlage oder starke Emotionen zum Auslöser werden. Um konkrete Hinweise zu bekommen, bedarf es deshalb geradezu detektivischer Fähigkeiten. Eine gute Hilfe bei der Spurensuche ist das Führen eines Schmerztagebuchs. Was mit dem Auftreten der Attacken in Verbindung stehen könnte, lässt sich so einfacher identifizieren.
Quelle: Kelman, L. „The triggers or precipitants of the acute migraine attack“ in Cephalalgia, Mai 2007.
http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 23.07.2008)