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Verursacht wenig Licht in der kalten Jahreszeit mehr Migräneattacken?

Januar 2009

Verursacht wenig Licht in der kalten Jahreszeit mehr Migräneattacken?

© oleg filipchuk - Fotolia.com

Sonnenlicht hat direkten Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit. Aber gerade in den Wintermonaten macht sich die Sonne in unseren Breitengraden eher rar. Die Folgen können Mattigkeit, Kopfschmerzen und depressive Verstimmungen sein. Auch Migräniker klagen über jahreszeitlich bedingte Schwankungen der Kopfschmerzen. Nun veröffentlichten norwegische Forscher im amerikanischen Journal Headache eine Studie* mit unerwarteten Ergebnissen.

Die Wissenschaftler Dr. Halvard Lilleng und Dr. Svein Bekkelund von der Tromso Universität befragten 1000 Einwohner in der norwegischen Region Spitzbergen zu dem Auftreten von Kopfschmerzen. Die arktische Inselgruppe gehört zu den am weitesten nördlich liegenden besiedelten Gegenden der Welt und zeichnet sich durch extreme, jahreszeitlich bedingte Schwankungen der Tageslänge aus.

Das Team der Wissenschaftler wollte herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Kopfschmerzen und der Tageslänge gibt. Sie entdeckten, dass Migräneattacken bei einigen Patienten nicht auf die saisonal unterschiedlichen Tageslängen zurückzuführen sein muss. Auf 88 der 1000 Befragten traf die Diagnose Migräne zu. Unter den Migränikern gaben 22% an, saisonale Veränderungen der Häufigkeit ihrer Attacken wahrzunehmen. Die Hälfte von ihnen hatten stärkere Beschwerden im Sommer, die andere Hälfte war im Winter stärker geplagt.

Das überraschende Ergebnis der Studie ergab somit keine wesentlichen Unterschiede zwischen Stärke und Häufigkeit von Migräneattacken im arktischen Sommer und Winter. Saisonale Kopfschmerzen müssen also nicht zwingend von der Lichtintensität abhängen, so die Forscher. Vermutlich spielen neben Licht und Dunkelheit weitere Faktoren eine wichtige Rolle beim Auslösen der Attacken.

Warum ein Mensch Migräne entwickelt, wissen die Ärzte bis heute nicht. Auch deshalb ist die Erkrankung nicht heilbar. Dennoch müssen sich die Leidenden nicht in ihr Schicksal fügen. Sinnvoll ist es bei den ersten Symptomen z.B. mit einem Schmerzmittel gegenzusteuern. Es ist wichtig, dass der Schmerz sich nicht aufschaukelt, sondern frühzeitig und effektiv unterbrochen wird.

*Seasonal Variation of Migraine in an Arctic Population
Hallvard Lilleng, Svein Bekkelund
Headache: The Journal of Head and Face Pain
Volume 9999, Issue 9999

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http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 15.01.2009)