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Duftet oder stinkt der Kaffee dem Migräniker?

Juni 2009

Die besondere Reaktion auf Gerüche ist typisch für Migränepatienten. Eine französische Gruppe von Wissenschaftlern untersuchte jetzt dieses Phänomen.

Duft und Migräne

© Patrizia Tilly - Fotolia.com

Die wissenschaftlichen Daten zur Entstehung der Migräne weisen darauf hin, dass ursächlich eine besondere Anfälligkeit gegen plötzliche Änderungen im Zentralnervensystem und im Gehirn bei den betroffenen Personen besteht. Diese Empfindlichkeit kann nicht weggezaubert werden, aber man kann einigen Migräneauslösern aus dem Weg gehen. Plötzliche Änderungen im Nervensystem können sehr vielfältig ablaufen und durch mannigfaltige Mechanismen bedingt werden. Solche auslösenden Änderungen können sein:

  • Änderungen des üblichen Tagesablaufes (Auslassen von Mahlzeiten, zuviel oder zuwenig Schlaf),
  • Hormonveränderungen (Periode, Eisprung),
  • Wettereinflüsse (Föhn, Hitze, Sturm usw.),
  • außergewöhnliche psychische Belastungen (Stress, Freude, Trauer),
  • außergewöhnliche körperliche Belastungen (Erschöpfung, Hungern),
  • äußere Reize wie Licht und Lärm

Können denn auch bestimmte Gerüche ein Auslöser sein?

Eine französische Forschergruppe befasste sich nun genauer mit der Geruchssensibilität von Migränepatienten, denn diese Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen ist typisch für den Migräniker und tritt bei Patienten mit anderen Kopfschmerzarten nicht oder sehr selten auf. Elf Migränepatienten mit einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber Gerüchen wurden drei unterschiedlichen Gerüchen und zum Vergleich dreimal geruchsneutraler Luft ausgesetzt. Dasselbe wurde mit 12 Gesunden wiederholt. Dabei wurde der Blutfluss in verschiedenen Gehirnarealen gescannt.

Das Ergebnis: Bestimmte Gebiete des Gehirns waren bei den Scans der Migränikern deutlich stärker durchblutet als bei den gesunden Kontrollpatienten. Das galt offensichtlich besonders für die Scans bei den verschiedenen Gerüchen, aber auch für die Versuche bei neutraler Luft. Festgestellt wurde aber auch, dass, im Vergleich zu den Gesunden, andere Bereiche schlechter durchblutet waren.

Die Studie konnte nicht klären, was Ursache und was Wirkung ist. Lösen die Gerüche diese besondere Durchblutung und damit Migräne aus oder ist die besonderen Sensibilität auf Gerüche die Konsequenz eines Migräneanfalls? Um diese Frage zu klären, ist ein Vergleich mit Patienten geplant, deren Migräne durch andere Trigger als Gerüche ausgelöst wird.

Was jedoch trotzdem helfen kann ist ein Migränetagebuch, in dem auch unangenehme oder störend empfundene Gerüche notiert werden. Man sollte eine Auslöser-Identifizierungsliste nutzen, um den persönlichen Triggern auf die Spur zu kommen. Denn die beste Migräneattacke ist immer noch die, die gar nicht erst auftritt, da man die Auslöser gezielt vermeiden konnte.

Quelle:
G. DEMARQUAY & ROYET, J. & MICK, G. & RYVLIN, P., Olfactory hypersensitivity in migraineurs: a H2150-PET study, in: Cephalagia 28, S. 1069-1080, Oktober 2008.

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http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 19.06.2009)