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Migräne in der Pubertät – Was kann man tun?

Februar 2010

Migräne in der Pubertät

© iStockphoto.com/jlmatt

In Deutschland leiden sechs bis acht Millionen Menschen unter Migräne. Schmerz und Symptome sind vielfältig. Die Ärzte reden von bis zu 200 verschiedenen Erscheinungsbildern der Migräne. Unter den Betroffenen sind auch viele Heranwachsende.

Für Kinder, die täglich Kopfschmerzen haben, bessert sich das Leiden meist merklich mit dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Auf ein Verschwinden der Symptome können allerdings nur wenige hoffen. Dies belegt eine Untersuchung taiwanesischer Forscher vom Taipei Veterans General Hospital. Für die Studie bereiteten die Mediziner die Testdaten von 122 Kindern mit überwiegend chronischer Migräne im Alter zwischen 12 und 14 Jahren auf. Nach einem Jahr hatten 60 Prozent der untersuchten Kinder keine chronischen Kopfschmerzen mehr, nach zwei Jahren waren das sogar bei insgesamt Dreiviertel der Probanden der Fall. Nach insgesamt acht Jahren traten bei 75 Prozent der Untersuchten gelegentliche Migräneanfälle oder migräneartige Kopfschmerzen auf, immerhin 11 Prozent waren kopfschmerzfrei.

Den meisten der betroffenen Kinder wird es, so der Studie zufolge, mit der Zeit besser gehen. Es ist wahrscheinlich, dass sie als junge Erwachsene weniger häufig unter Migräneattacken leiden müssen. Doch was kann man tun, um den Kindern im Falle einer Migräneattacke zu helfen, wie kann man einer Attacke vorbeugen?

  • Unregelmäßige Schlaf- und Essenszeiten können bei Kindern wie auch bei Erwachsenen die Wahrscheinlichkeit einer Migräneattacke erhöhen, wenn sie dafür anfällig sind.
  • Grundsätzlich ist es besonders wichtig, auf eine gute und ausgewogene Ernährung zu achten. Auch regelmäßige Bewegung und Sport können helfen Attacken vorzubeugen.
  • Regelmäßig gut und lange zu schlafen ist unverzichtbar. Einen gesunden Schlaf stören, kann zum Beispiel zu viel Aufregung kurz vor der Schlafenszeit – dazu gehört auch, laute Musik zu hören oder etwas Aufregendes im Fernsehen zu schauen. Auch koffeinhaltige Getränke wie Cola oder schwarzer Tee erschweren das Einschlafen. Um besser zu schlafen, kann es helfen, immer um die gleiche Uhrzeit zu Bett zu gehen. Auch eine angenehme Temperatur im Schlafzimmer – also weder zu warm noch zu kühl – fördert den Schlaf.
  • Der beste bekannte Weg, den Auslösern der Migräne auf die Spur zu kommen, ist, für ein paar Wochen und Monate ein Tagebuch über die Migräne- und Kopfschmerzattacken zu führen. Darin sollte notiert werden:
    • was an den Tagen passiert ist, an dem eine Attacke auftrat,
    • wann die Migräne anfing und wann sie wieder vorbei war,
    • wie stark die Migräne war,
    • welche Medikamente eingenommen wurden.
  • Wenn eine Migräneattacke da ist, sollte das Kind versuchen in einem ruhigen und abgedunkelten Raum einzuschlafen. Es könnte helfen, eine Kältepackung auf die betroffene Kopfseite zu legen, um das Pochen zu lindern.
  • Wenn ein Kind oder ein Jugendlicher mehrere Male im Monat eine sehr starke Migräne hat, sollten die Eltern unbedingt ärztlichen Rat vor der Einnahme von Medikamenten einholen. Nicht alle Arzneimittel sind für den Einsatz bei Kindern und Jugendlichen zugelassen.

Quelle:
Wang S-J, et al „Chronic daily headache in adolescents: an eight-year follow-upstudy“ Neurology 2009; DOI: 10.1212/WNL.0b013e3181ae2377.

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http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 26.02.2010)