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Gibt es einen „Migränecharakter“?

Mai 2011

Gibt es eine „Migränepersönlichkeit“

© Brad Killer – iStockphoto.com

Vincent van Gogh, Salvador Dali, Claude Debussy, Charles Darwin, Karl Marx und Friedrich Nietzsche – sie alle litten unter Migräne-Attacken. Ihr Schicksal teilen heute mehr als 10 Prozent aller Menschen. Auch Sigmund Freud war Migräniker. Der Vater der Psychoanalyse hielt Migräne für ein Ventil unbewältigter seelischer Konflikte.

Weil die Migräne-Attacken unberechenbar sind und auch zu ungelegenen Zeiten auftreten, haben die Betroffenen oft mit vielen Vorurteilen zu kämpfen: Schwächling, Müßiggänger, Drückeberger, nicht stressstabil – um nur einige zu nennen.

Auch die Theorie der „Migränepersönlichkeit“ hält sich hartnäckig. Demnach sollen die Betroffenen besonders häufig mit Begriffen wie ehrgeizig, perfektionistisch, zwanghaft, leistungsorientiert, pünktlich, pflichtbewusst und peinlich genau zu beschreiben sein. Die Theorie besagt, dass Migräniker häufiger Angst, Nervosität, Anspannung, Trauer, Unsicherheit und Verlegenheit erleben. Sie tendierten zu mehr Sorgen um ihre Gesundheit und hätten Schwierigkeiten auf Stresssituationen angemessen zu reagieren.

Inzwischen gehen viele Mediziner davon aus, dass es diese Art der „Migränepersönlichkeit“ nicht gibt. Zwar können emotionale Belastungen oder Überforderungen die Häufigkeit von Attacken fördern, aber mit einer grundlegenden Theorie der „Migränepersönlichkeit“ muss das nichts zu tun haben. Wer aber darauf achtet, dass Unerledigtes nicht zur Belastung wird und sich rechtzeitig Auszeiten nimmt, tut gut daran, weil er oder sie verantwortungsvoll mit den gesundheitlichen Ressourcen umgeht.

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http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 26.05.2011)