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Junge Köpfe, altbekannte Schmerzen

Gibt es eine „Migränepersönlichkeit“

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Mehr Kinder haben Kopfschmerzen als man denkt: Vier von fünf Schülern plagen heutzutage zumindest gelegentlich Kopfschmerzen. Insgesamt hat sich die Zahl der Betroffenen innerhalb der letzten vierzig Jahre vervierfacht. Mädchen sind zweieinhalb Mal so häufig betroffen wie Jungen – Ursache noch unbekannt.
Zu diesem Ergebnis kommen neuste Studien aus München und Greifwald, die anlässlich des Weltkopfschmerzkongresses Ende Juni 2011 in Berlin vorgestellt wurden.

In einem waren sich alle Experten einig: Man muss das bohrende Übel frühzeitig bekämpfen, damit es nicht chronisch wird.

Doch was sind die Ursachen für diesen Anstieg der Zahl von Kopfschmerzgeplagten unter Kindern und Jugendlichen? Die Münchner Studie von Prof. Dr. Andreas Straube kommt zum Teil zu überraschenden Ergebnissen:
Abgesehen von der Gefährdung, an Spielsucht zu erkranken, scheint die Dauer der Beschäftigung mit dem Computer keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Kopfschmerzen zu haben. Dagegen steigt das Kopfschmerzrisiko bei der allzu langen Benutzung eines andern modernen Geräts: des Mp3-Players. Mehr als eine Stunde am Tag sollten die Teenager nicht an den Ohrstöpseln hängen. Offenbar stellt die Dauerbeschallung für das Gehirn eine Belastung dar.

Regel- bzw. übermäßiger Tabak-, Alkohol- oder Koffeinkonsum sind natürlich auch heute noch mitverantwortlich für so manchen Spannungskopfschmerz. Häufig ist neben dem Stress in der Schule auch Streit innerhalb der Familie Ursache für das Pochenden oder Hämmern im Kopf.

Die übervollen Terminkalender und die mediale Reizüberflutung der modernen Kinder stellen eine der heutigen Hauptursachen dar. Ausreichend zwanglose Mußestunden, in denen die Sprösslinge einmal „Fünfe gerade sein lassen“ können, sind für eine weitgehend kopfschmerzfreie Jugend eine Voraussetzung.
Maßvolles Sonnenbaden, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung tragen allgemein zum Wohlbefinden bei und mindern nebenbei auch die Gefahr von Kopfschmerzen.

Auch ein möglicher einfacher Sehfehler kann als Auslöser in Betracht gezogen werden.

Letztlich muss in jedem Fall im Vordergrund stehen, die Eigenverantwortlichkeit der Kinder zu stärken: Eine aktuelle norwegische Studie zeigt, dass selbst kurze Programme zur Aufklärung genügen, um Kopfschmerzen besser in den Griff zu bekommen. Deshalb sind sich die Experten auch einig, dass die Prävention heutzutage bereits in der Schule beginnen muss.

Was Eltern tun können:

  • Stellen Sie den subjektiv empfundenen Kopfschmerz Ihres Kindes nicht in Frage, verhindern Sie aber gleichzeitig, dass Ihrem Sprössling deshalb eine Sonderrolle innerhalb der Familie zukommt.
  • Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen kann das Führen eines Kopfschmerz-Tagebuches (gibt es kostenlos in Apotheken oder hier als Download ) hilfreich dabei sein, individuelle Kopfweh-Auslöser zu erkennen und zu vermeiden.
  • Möglicherweise sollte ihr Sohn oder ihre Tochter für eine Weile Lebensmittel, die reich an Antigenen sind, meiden. Dazu zählen Kuhmilchprodukte, Schokolade und Eier.
  • Fehlt es Ihrem Abkömmling an Entspannung, könnten Sie gemeinsam nach Wegen suchen, die täglichen Anforderungen besser zu meistern. Gegebenenfalls raten Sie ihm an entsprechenden Kursen – wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson – teilzunehmen.
  • Die Freude an Sport und Bewegung – gerne auch an der frischen Luft – ist bei Kindern und Jugendlichen oft naturgegeben. Falls nicht: gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Ein Rat noch zum Schluss: Vor der Einnahme von Medikamenten sollten sie unbedingt den Rat eines Arztes einholen, nicht jede beim Erwachsenen wirksame Medizin ist auch für Kinder geeignet.

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http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 20.07.2011)