Wussten Sie, dass jedes Jahr am 5. September „deutscher Kopfschmerztag“ ist? Ins Leben gerufen wurde dieser Tag vom Bundesverband Deutsche Schmerzhilfe e.V., da über 50 Millionen Bundesbürger zumindest gelegentlich an Kopfschmerzen leiden. Ein Grund mehr dieses Massenphänomen ernstzunehmen und sich um umfassende Aufklärung zu bemühen, denn längst stellt der „Brummschädel“ nicht nur eine große Belastung für den Einzelnen, sondern auch für unser Gesundheitssystem und unsere Volkswirtschaft dar. Einer der am meisten verbreiteten Kopfschmerzformen ist der Spannungskopfschmerz. Über 50 Prozent aller Kopfweh-Geplagten leiden unter diesem dumpf-drückenden bis ziehenden Schmerz, der im gesamten Kopfbereich auftreten kann. Anders als bei der ebenfalls häufig auftretenden Migräne, die oft von Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet wird, ist der Schmerz beidseitig. Die Betroffenen können zumeist ihr Tagewerk auch trotz der Beeinträchtigung verrichten und sind körperlich weiterhin belastbar.
Doch was sind die Ursachen für diesen leichten bis mittelschweren Schmerz, der seinen Ausgang zumeist im Nackenbereich hat?
Zunächst einmal können Muskelverspannungen zu Spannungskopfschmerzen führen. Berufstätige Menschen, die viel Zeit am PC oder im Auto oder Flugzeug verbringen müssen, sind deshalb besonders anfällig für den oft als haubenartig empfundenen Schmerz. Hier können Wärmeanwendungen, körperliche Aktivität und gelegentlich auch die Einnahme von Schmerzmitteln Abhilfe schaffen. (Mittel erster Wahl ist hier laut Empfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft u.a. eine fixe Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein.)
Einige Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Überforderung und Stress eine Rolle spielen. Derartige Belastungen führen nämlich dazu, dass der Botenstoff Serotonin im Gehirn verstärkt abgebaut wird. Durch das Fehlen dieses Glücksbotenstoffs sinkt die Schmerzschwelle, infolgedessen reagieren die schmerzempfindlichen Organe des Kopfes (Schädel, Hirnhäute, Blutgefäße, Hirnnerven, oberste Spinalnerven) viel empfindlicher auf Schmerzreize. Die psychische Belastung führt also zu körperlichen Beschwerden, die wiederum die psychische Verfassung des Patienten verschlechtern. Ein Teufelskreislauf aus dem Stressbewältigungs- und Entspannungsmethoden herausführen können. Tritt der Schmerz häufig auf (von chronischen Spannungskopfschmerzen spricht man, wenn diese öfter als 180 Tage im Jahr auftreten) ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen.
Wir sollten uns also nicht nur einmal im Jahr „einen Kopf“ über diese selbstverständlich auch in anderen Ländern weit verbreitete Volkskrankheit „machen“. Je genauer man seinen individuellen Schmerz benennen kann und seine möglichen Auslöser kennenlernt, desto größer ist die Chance langfristig wieder seine Lebensqualität zu erhöhen.
http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 13.10.2011)