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Ach verdammt – Fluchen lindert den Schmerz!

Ach verdammt – Fluchen lindert den Schmerz!

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Lehrer, Eltern, Politiker, Fernsehprogrammverantwortliche und viele andere redliche Kämpfer für eine zivilisiertere Welt befinden sich ständig auf dem Kriegspfad gegen Kraftausdrücke – und fluchen doch manchmal versehentlich selbst. Jede Sprache der Welt wartet mit einem reichhaltigen Arsenal an Flüchen auf. Soziale Schichten und Geschlecht spielen beim beherzten Dampf ablassen kaum eine Rolle. Einige berüchtigte Flüche sind sogar in die Menschheitsgeschichte eingegangen, wie beispielsweise Joschka Fischers verbaler Ausbruch gegen den Bundestags-Vizepräsidenten aus dem Jahre 1984: „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“. Hand aufs Herz: Wer kann schon von sich behaupten, er habe beim Autofahren, Fußballgucken oder wenn er sich beim Gemüseschneiden verletzt hat, noch nie geflucht.
Zum Glück, wie britische Forscher nun herausgefunden haben!

Unter streng wissenschaftlichen Laborbedingungen mussten 71 Probanden ihre Hände in verdammt kaltes Wasser tauchen. Die Forscher hielten gnadenlos fest, wie lange die Versuchsteilnehmer dem Schmerz standhielten – entweder mit oder ohne Fluchen.
Das Ergebnis überraschte die Wissenschaftler, die davon ausgegangen waren, dass sich Menschen durch lautstarkes Zetern nur noch mehr in ihren Schmerz hineinsteigern. Aber nein: Jene Probanden, die bei dem Experiment brachiale Schimpfwörter ausstoßen durften, konnten ihre Hände weitaus länger in dem sch…kalten Wasser belassen.

Man vermutet, dass das Fluchen im Körper der Tabubrecher eine Stressreaktion auslöst, die unter dem psychologischen Fachbegriff „fight-or-flight“ („Kampf oder Flucht“) bekannt ist. In grauer Vorzeit blieben in Stresssituationen eben genau zwei Handlungsmöglichkeiten: Kämpfen oder Flüchten. Dabei werden Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol freigesetzt, Atemfrequenz und Herzschlag erhöhen sich, die Durchblutung der Muskeln wird verstärkt. Durch diese überlebenswichtigen Effekte wird die Schmerzwahrnehmung vermindert, so dass der Mensch länger durchhalten kann. Zivilisierte Menschen dagegen versuchen Schmerzen einfach auszuhalten, statt sich wenigstens gelegentlich verbal Luft zu verschaffen und so den Körper für eine Weile zu betäuben.
Aber Vorsicht vor allzu vielen Verwünschungen: Je häufiger die teilnehmenden Testpersonen sich auch in ihrem Alltag diesem allzu menschlichen Urtrieb hingaben, desto weniger half das kämpferische Fluchen gegen den Kälteschmerz. Ich habe fertig!

…und falls sich der Schmerz trotz deftigster Flüche nicht bändigen lässt, eignen sich zur gelegentlichen Soforthilfe sehr gut Kombinationspräparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein.

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http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 15.12.2011)