Nein, meistens kann auf diese Untersuchung verzichtet werden. Die sogenannten primären Kopfschmerzen, bei denen der Kopfschmerz die Krankheit an sich darstellt, werden zu ca. 95% anhand der Befragung und Untersuchung durch einen Arzt diagnostiziert. Das heißt, ein identischer Verlauf der Kopfschmerzanfalls und die gleichen Symptome bei den Patienten führen hier zur Diagnose.
Beim Verdacht auf einen sekundären Kopfschmerz – d.h. wenn der Kopfschmerz das Symptom einer anderen Erkrankung ist – ist das anders. Bei solchen anderen Erkrankungen treten jedoch zahlreiche Symptome auf, so dass hier weiterführende Untersuchungen auf den richtigen Weg führen. Dies können ggf. auch ein Computertomogramm oder eine Kernspin-Untersuchung sein.
Kopfschmerzmittel können – wenn sie nicht bestimmungsgemäß eingenommen werden – selbst zu Kopfschmerzen führen. Mittlerweile hat man erkannt, dass fast alle Schmerzmittel eine solche Erkrankung auslösen können. Typischerweise werden die Kopfschmerzanfälle bei diesen Betroffenen immer häufiger. Um schmerzfrei zu sein, nehmen die Patienten dann mehrere Kopfschmerztabletten ein. So entsteht ein Kreislauf aus stärker werdendem Kopfschmerz und immer häufigerer Tabletteneinnahme. Helfen kann hierbei nur das Absetzen dieser Stoffe – entweder ambulant oder stationär. Die Betreuung durch einen in diesen Methoden erfahrenen Arzt ist absolut notwendig.
Bei der Migräne verstärkt sich der Kopfschmerz, wenn man sich körperlich betätigt – das ist beim Spannungskopfschmerz in der Regel nicht der Fall. Desweiteren haben wir bei der Migräne immer einen pulsierenden Kopfschmerz, der meist mittel- bis sehr stark ist. Spannungskopfschmerzen äußern sich in dumpf-drückenden Schmerzen.
Ja, es gibt eine Anzahl Betroffener, bei denen beide Kopfschmerzformen gleichzeitig auftreten. Häufig verursacht bzw. verstärkt die eine Kopfschmerzform sogar die andere. Gibt man ein modernes Anfallsmittel – z.B. ein Triptan – als Injektion, bleibt nur der dumpfe Kopfschmerz, der Spannungskopfschmerz, übrig. Die Patienten benötigen ein sehr detailliertes, nichtmedikamentöses Programm neben einer wirklich wirkungsvollen Anfallsbehandlung, um ihre Lebensqualität anhaltend zu bessern.
Von den internationalen Fachgesellschaften wird eine Psychotherapie bei der Migräne als unwirksam angesehen. Es handelt sich auch nicht um ein psychisches Leiden, was man früher allerdings häufig angenommen hat. Dieses Vorurteil findet sich auch noch heute. Migräne ist ein Anfallsleiden, vergleichbar etwa mit der Epilepsie. Leider finden sich immer noch sehr viele Therapeuten, die Bezüge zur Biografie der Betroffenen herstellen möchten.
Sollten die Kopfschmerzen den Alltag dominieren, dann kann eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Hierbei können ungünstige – mit dem Schmerz in Verbindung stehende Gedankenmuster ("mit dem Schmerz bin ich zu nichts nütze", "mir hilft sowieso nichts mehr", "ich bin mit meinem Schmerz allein", "keiner versteht mich") – entkräftet werden. Sehr wichtig ist es dabei, den Alltag umzustrukturieren, so dass stressauslösende Situationen vermieden werden.
Nach neueren Untersuchungsergebnissen ist diese – bis vor wenigen Jahren noch geäußerte Vermutung – nicht zu belegen. Es ist keine Krankheit, die in "zivilisierten" Gesellschaften häufiger auftritt, auch der Bildungsgrad spielt keine Rolle.
Leider haben einige Schwangere während dieser Zeit sehr starke Migräneanfälle. Möglichst sollte jeglicher Medikamenteneinsatz während der Schwangerschaft vermieden werden. Andererseits ist eine Migräne-Attacke auch für das Ungeborene ein erheblicher Stressfaktor!
Im ersten Drittel der Schwangerschaft sollten Medikamente nur nach Rücksprache mit dem Arzt genommen werden. Ab dem zweiten Drittel können die sogenannten "kleinen" Analgetika wie Paracetamol eingesetzt werden. Im letzten Drittel auf die Einnahme von Acetylsalicylsäure unbedingt verzichten. Einige Medikamente, z. B. Triptane, sind für Schwangere grundsätzlich nicht zugelassen!
Es gilt: bei Kopfschmerz/Migräne während der Schangerschaft immer zuerst den behandelnden Arzt aufsuchen.
Jeder sollte das nehmen, was ihm hilft. Es gibt viele am Markt befindliche Schmerzmittel. Da an der Entstehung von Kopfschmerzen viele Faktoren beteiligt sind und jeder Mensch unterschiedlich reagiert, muss jeder für sich das optimale Präparat finden. Von den führenden sieben amerikanischen Fachgesellschaften werden aufgrund neuester wissenschaftlicher Studienergebnisse Kombinationspräparate insbesondere empfohlen. Diese enthalten mehrere Substanzen in jeweils geringer Dosis, die die Gesamtwirkung verstärken und an verschiedenen Punkten den Kopfschmerz bekämpfen.
Nein, Migräne kann nicht geheilt werden. Die Ursachen der Migräne sind nicht vollends bekannt. Man geht heutzutage jedoch von einem angeborenen überempfindlichen Schmerzempfinden aus. Es gibt aber Möglichkeiten, Auslösefaktoren von Migräne zu meiden, bzw. mit bestimmten Medikamenten die Attacken zu lindern oder auch zu vermeiden.
Ungefähr zwei- bis dreimal so viele Frauen wie Männer leiden unter Migräne. Daher geht man davon aus, dass Migräne von Hormonen (besonders den Östrogenen) beeinflusst wird. Allerdings wird vermutet, dass viele Männer ihre Migräne verheimlichen.
In aller Regel hilft Ihnen Ihr Hausarzt. Er stellt eine konkrete Diagnose, um welche Kopfschmerzart es sich handelt. Je nach Diagnose therapiert er selbst bzw. schreibt eine Überweisung zum Spezialisten. Sollten Sie keinen Hausarzt haben, dann konsultieren Sie bitte einen Neurologen.
Es gibt keine allgemeingültige Regel und keine absoluten Mengenangaben. Bei der Einnahme höherer Dosen eines Schmerzmittels über einen längeren Zeitraum (regelmäßig über Wochen oder Monate) liegt Missbrauch vor. Generell gilt, dass die Gebrauchsinformation in den Schmerzmittel-Packungen befolgt werden sollte, oder die Therapieanweisungen des Arztes beachtet werden müssen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zuviele Schmerzmittel einnehmen oder trotz Medikamenteneinnahme die Kopfschmerzen bleiben bzw. sich verstärken, dann konsultieren Sie bitten Ihren Arzt oder Apotheker. Er hilft Ihnen gerne weiter.
Grundsätzlich ja. Allerdings ist das nur sehr selten der Fall! Bevor es zum Kopfschmerz kommt, treten fast immer andere neurologische Störungen auf, z.B. plötzlicher Gedächtnisschwund, Schwindel oder ähnliches. Gehen Sie zum Arzt, wenn Sie Zweifel haben. Nur er kann Ihnen Gewissheit über die Harmlosigkeit Ihres Kopfschmerzes geben.
Man spricht hier von einer Wirkstoffökonomie. Es besteht ein sogenannter überadditiver Effekt, d. h. diese drei niedrig dosierten Wirkstoffe haben eine deutlich stärkere Schmerzlinderung, da sich ihre unterschiedlichen Wirkprinzipien deutlich positiv ergänzen. Es besteht das Wirkverhältnis 1 : 1,4 im Vergleich von Monopräparat zur Kombination vom Typ Thomapyrin.
Mit der Kombination von Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein reicht eine geringere Dosis aus, um den Kopfschmerzgeplagten von seinen Beschwerden zu befreien. Die Anwesenheit von Koffein steigert die Wirksamkeit von ASS und Paracetamol um bis zu 40 Prozent. Und die Senkung der Dosis wiederum verbessert die Verträglichkeit, die ebenfalls ein entscheidendes Argument zu Gunsten von Thomapyrin ist. Das ist auch daran abzulesen, dass die strenge amerikanische Arzneizulassungsbehörde einem Präparat, das eine Thomapyrin vergleichbare Zusammensetzung hat, als einzigem rezeptfreien Schmerzmittel die Zulassung für die Behandlung von Migräne-Kopfschmerzen erteilt hat.
http://www.kopfschmerzen.de – (letzte Aktualisierung: 23.07.2008)