Kopfschmerzen am Hinterkopf? Das steckt dahinter

Kopfschmerzen am Hinterkopf – Ursachen

Unangenehm ziehend, pochend, dumpf drückend – jeder hat mal Kopfschmerzen. Treten sie allerdings begrenzt nur am Hinterkopf auf, machen sich Betroffene oft Gedanken, was dahinterstecken könnte. Manchmal steht sogar die Frage nach einem möglichen Tumor im Raum. Doch keine Sorge: Selten sind Kopfschmerzen am Hinterkopf ein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung. Werden sie durch einen Hirntumor ausgelöst, halten sie über einen langen Zeitraum an, treten vor allem nachts sowie in Verbindung mit weiteren Beschwerden auf und werden von Betroffenen oft ganz anders empfunden als bisher erlebte Kopfschmerzen. Es gilt: Treten sie dauerhaft, als Folge eines Sturzes oder Schlages oder im Zusammenhang mit weiteren Symptomen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen jedoch werden Hinterkopfschmerzen von harmlosen Muskelverspannungen im Nacken, Rücken oder auch Kiefer hervorgerufen.

Muskelverspannungen als Ursache für Kopfschmerzen am Hinterkopf

Das falsche Schuhwerk, einseitige Belastung, stundenlanges Sitzen vor dem Computer, eine unbequeme Matratze, ein unpassendes Kissen, Bewegungsmangel, Zugluft, Stress, nächtliches Zähneknirschen… es gibt unzählige Gründe, warum die Muskulatur in Nacken, Rücken oder Kiefer verspannt. Ist die Verspannung erst einmal da, werden Nervenbahnen überreizt, die Schmerzsignale an das Gehirn senden. Je nachdem, welcher Nerv betroffen ist, können die Schmerzen in den Hinterkopf ausstrahlen. In erster Linie handelt es sich also um Spannungskopfschmerzen, die ebenso Stirn und/oder Schläfe betreffen können.

Kopfschmerzen am Hinterkopf selbst behandeln

Je nachdem, welche Auslöser Sie für die Kopfschmerzen am Hinterkopf identifiziert haben, können Sie verschiedene Dinge tun, um die Beschwerden zu lindern oder zu vermeiden. Hilfreich kann dabei auch ein Kopfschmerztagebuch sein. Im Akutfall lindern Schmerzmittel die Kopfschmerzen, aber auch schmerzhafte muskulären Verspannungen. Massagen, Wärmeanwendungen und Wärmecremes (wie z.B. Finalgon® Wärmecreme) können die schmerzhaft verhärtete Muskulatur entspannen und lockern.

  • Schuhe überprüfen: Zu groß, zu klein, zu eng, zu hoch? Wichtig ist, dass Ihre Schuhe das natürliche Abrollen des Fußes nicht beeinträchtigen. Ansonsten werden Gelenke, Sehnen und Muskeln unnötig belastet und führen zu Verspannungen im gesamten Körper.
  • Schlafplatz checken: Wenn Matratze und Kissen nachts in eine unbequeme Schlafhaltung zwingen, kann auch das zu morgendlichen Kopfschmerzen führen. Daher gilt: Lassen Sie sich beim Kauf professionell beraten. Eine an individuelle Bedürfnisse und ans Körpergewicht angepasste Matratze kann Verspannungen und damit Kopfschmerzen vorbeugen.
  • Handtaschen aussortieren: Laptop, Timer, Buch, Schminktäschchen und Wasserflasche im Gepäck? Machen Sie sich frei von einseitiger Belastung! Das dauerhafte Tragen schwerer Taschen führt zur einseitigen Belastung, die wiederum Verspannungen und Kopfschmerzen am Hinterkopf auslöst. Besser ist ein Rucksack, bei dem das Gewicht gleichmäßig verteilt ist. Beim Wochenendeinkauf lohnt es sich, den Einkaufswagen statt einen Korb zu wählen.
  • Bewegung bringt’s: Mit hochgezogenen Schultern stundenlang vorm Computer sitzen, das Handy eingeklemmt zwischen Ohr und Schulter, nach Feierabend bloß schnell die Beine hochlegen – erkennen Sie sich wieder? Bewegungsmangel, oft gepaart mit Fehlbelastung, macht früher oder später der Muskulatur zu schaffen. Denn diese will gefordert werden! Praktischer Nebeneffekt von regelmäßiger Bewegung: Sie baut Stress ab und beugt Kopfschmerzen vor. Hier finden Sie passende Übungen aus dem Tai-Chi und dem Yoga.
  • Zahnarzttermin ausmachen: Nächtliches Zähneknirschen führt oft zu einem schmerzhaften Erwachen am nächsten Morgen. Die Kiefergelenke sind verspannt und können Kopfschmerzen auslösen. Eine Zahnschiene kann hier helfen.

Kopfschmerzen am Hinterkopf: Wann Sie zum Arzt müssen

Sollten Kopfschmerzen am Hinterkopf doch mal eine ernst zu nehmende, vielleicht sogar gefährliche Ursache haben, sollte man die ersten Anzeichen (er)kennen. Lesen Sie hier, bei welchen ein Arztbesuch erforderlich ist:

Steifer Nacken: Wenn die Hinterkopfschmerzen plötzlich, sehr intensiv auftreten – und sich gleichzeitig der Nacken versteift – sollten Sie den Notarzt rufen (112). Ebenso können Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen im Gesicht und dem linken Arm erste Vorboten eines Schlaganfalls sein. Dann zählt jede Sekunde. Denn je eher Sie behandelt werden, desto geringer sind die Folgen des Gefäßverschlusses.

Traumatische Verletzung: Stürze oder Schläge auf den Hinterkopf können mit einer Gehirnerschütterung einhergehen. Die Kopfschmerzen sind dann in der Regel stechend oder pochend. Lassen Sie die Beschwerden unbedingt ärztlich abklären.

Heftige Begleiterscheinungen: Wenn die Kopfschmerzen am Hinterkopf plötzlich auftreten, sehr stark sind und mit Übelkeit, Erbrechen, Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühlen, Sprach- oder Sehstörungen, Schwindel, Krampfanfällen oder Bewusstseinsstörungen sowie mit Fieber und einem schmerzhaft versteiften Nacken einhergehen, sollten Sie den Notarzt rufen (112). Es kann dann sein, dass eine Gehirnblutung oder Hirnhautentzündung die Ursache der Kopfschmerzen ist.

Wenn Kopfschmerzen am Hinterkopf immer wiederkehren

Ist man die Schmerzen los, macht sich zunächst Erleichterung breit. Doch nicht immer hält diese Freude lange an. Denn bei folgenden Ursachen kann es sein, dass die Beschwerden wiederkehren.

Ein Bandscheibenvorfall oder Verletzungen im Bereich der Halswirbelsäule können dazu führen, dass die Hinterkopfschmerzen dauerhaft auftreten. Die Beschwerden nehmen meist beim Liegen erheblich zu und werden durch Seit- oder Rückwärtsbewegung des Kopfes verstärkt. Eine neurologische Untersuchung bringt Klarheit. Ist die Diagnose gestellt, kann eine Schmerztherapie mit Medikamenten, Wärmebehandlungen oder Akupunktur die Schmerzen dauerhaft lindern.

Als Okzipitalneuralgie (oder Okzipitalsyndrom) werden chronische Nervenschmerzen bezeichnet, die durch die Reizung der Okzipitalnerven hervorgerufen werden. Dieses Nervenpaar kommt aus dem zweiten und dritten Wirbel der Wirbelsäule. Charakteristisch ist nur eine, selten beide Seiten des Hinterkopfs betroffen. Auch kann der Schmerz dem Verlauf des Nervs folgen und in Richtung Auge ausstrahlen. Für eine klare Diagnose müssen Patienten während einer Kopfschmerzattacke eine neurologische Praxis aufsuchen.

Sind Sie von der chronischen Nervenerkrankung Multiple Sklerose betroffen? Dann können Kopfschmerzen eine häufige Begleiterscheinung sein. Fragen Sie am besten Ihren Arzt nach Möglichkeiten zur Linderung der Symptome.

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