Was Sie über den Verlauf von Migräne wissen sollten

Attacken können sehr unterschiedlich sein. Ein typischer Verlauf von Migräne gliedert sich aber in 5 Phasen. Diese dauern unterschiedlich lang und müssen nicht zwangsläufig alle auftreten. Die Grafik zeigt einen typischen Verlauf von Migräne:

beispielhafter Ablauf einer Migräne 1 2 3 4 5 normaler Appetit normale Sinnes - wahrnehmungen normalerWach-, Schlafzustand normaler Appetit normale Sinnes - wahrnehmungen normalerWach-, Schlafzustand Normalzustand Normalzustand Frühphase Kopfschmerzphase Erholungsphase Auflösungsphase Aura * Sprachstörungen, Lichtblitze, Kribbeln,Taubheit Sinnesstörungen* Heißhunger Schläfrigkeit Müdigkeit gesteigerte Sinneswahr- nehmungen Appetitlosigkeit, Übelkeit Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen & Geruch Erbrechen tiefer Schlaf reduzierte Nahrungstoleranz erhöhte bzw. verringerte Empfindung Müdigkeit Kopfschmerzen (1-2 Tage) (max.1h) (4-72 Stunden) (24 Stunden)

1. Frühphase

Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kündigt sich im Verlauf der Migräne die Attacke durch charakteristische Vorzeichen an – diese werden Prodromi genannt. Dazu gehören Symptome wie Müdigkeit, Lärmempfindlichkeit, aber auch Heißhunger oder Verstopfung. Solche Zeichen setzen meist wenige Stunden, manchmal aber auch bis zu 2 Tage vor der Attacke ein. In dieser Phase, der Prodromalphase, kommt es oft zu Missverständnissen: Viele Betroffene erkennen keinen Zusammenhang zwischen den Prodromi und dem späteren Verlauf von Migräne. Wieder andere verwechseln die Prodromi mit Triggern, also den Auslösern von Attacken. Ein Kopfschmerztagebuch kann Betroffenen dabei helfen, Prodromi zu erkennen und von Triggern zu unterscheiden.

Heißhunger gesteigerte Sinneswahrnehmung Müdigkeit

2. Aura-Phase

Während eines Migräneanfalls setzt bei etwa 10 bis 15 Prozent der Patienten eine Aura-Phase mit neurologischen Störungen ein. Typischerweise dauern diese weniger als 1 Stunde und setzen im Laufe der ersten 20 Minuten der Aura ein. Sie müssen jedoch nicht jedes Mal im Verlauf von Migräne auftreten. Charakteristisch sind visuelle (flackernde Lichter, Sehverlust) und sensorische Störungen (Kribbeln, Taubheit). Aber auch Sprachstörungen, die alle komplett reversibel sind und somit keine Schäden hinterlassen, kommen vor. Ein wichtiges Kennzeichen und Unterscheidungsmerkmal zu anderen Erkrankungen (z. B. Schlaganfall) ist die langsame Ausbreitung der Symptome. Wie die langsam aufsteigende Morgenröte  – zurückgehend auf Aurora, die Göttin der Morgenröte – entwickeln sich die Aurasymptome im Verlauf der Migräne.

Sinnesstöungen Sprachstörungen

3. Kopfschmerzphase

Die eigentliche Schmerzphase eines Migräneanfalls kann bei Erwachsenen zwischen 4 Stunden und 3 Tagen andauern. Die mittleren bis starken, meist pochenden Kopfschmerzen beschränken sich in der Regel auf eine Kopfhälfte und werden von Übelkeit und Erbrechen und/oder Licht- bzw. Lärmempfindlichkeit begleitet. In dieser Phase im Verlauf von Migräne wollen sich Betroffene nur ausruhen und ins Dunkle zurückziehen. Körperliche Aktivität steigert die Schmerzintensität meist zusätzlich

Appetitlosigkeit, Übelkeit Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Geruch Schläfrigkeit

4. Auflösungsphase

Im Verlauf von Migräne beginnt diese Phase meist etwa 3 Tage nach Beginn der Attacke. Die Symptome lassen langsam nach, sind aber noch spürbar.

Erbrechen Tiefer Schlaf

5. Erholungsphase

Wenn der Schmerz verflogen ist, setzt diese letzte Etappe im Verlauf von Migräne ein. Betroffene sind dann in der Regel abgespannt, müde und erschöpft. Bis sie sich vollständig erholt haben, dauert es oft bis zu 24 Stunden.

reduzierte Nahrungstoleranz Erhöhte/verringerte Empfindung Müdigkeit

Übrigens verläuft die Migräne bei Kindern und Jugendlichen meist kürzer. Bei ihnen machen sich Schmerzen außerdem häufig beidseitig im Bereich von Schläfen und Stirn bemerkbar. Auch Gleichgewichtsstörungen sind ein häufiges Begleitsymptom.

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