Kopfschmerzen an Stirn: Das steckt dahinter

Kopfschmerzen an der Stirn – Ursachen

Kopfschmerzen, die sich im Bereich der Stirn und oder Schläfen lokalisieren, kennt wahrscheinlich jeder. Sie drücken oder ziehen an den seitlichen Kopfpartien zwischen Stirn und Ohr, lassen den gesamten Stirnbereich schmerzen und können bis in den Kiefer, die Augen oder den Hinterkopf ausstrahlen. Für diese Art von Kopfschmerzen kommen viele Ursachen in Betracht. Vor allem Spannungskopfschmerzen und Migräne äußern sich so, aber auch Clusterkopfschmerzen, Verletzungen und Prellungen des Schläfen- oder Jochbeins sowie bestimmte Erkrankungen können hinter den Beschwerden stecken. Je nach Ursache der Schmerzen richtet sich die entsprechende Behandlung. Meist sind Kopfschmerzen an der Stirn jedoch Ausdruck einer Überlastung durch Stress.

Stress als Ursache für Kopfschmerzen an der Stirn

Termindruck im Job, Familie, Haushalt, Hobbies – wer ständig in Eile ist, weil ein wichtiges Ereignis das nächste jagt, klagt häufig über Kopfschmerzen. In diesem Zusammenhang sind sie ein typisches Überlastungssymptom und ein untrügliches Zeichen dafür, dass jetzt eine Auszeit fällig ist. Nehmen Sie die Schmerzen im Stirnbereich also ernst und nicht einfach als gegeben hin. Unternehmen Sie etwas dagegen! Auch Stress für die Augen kann zu Kopfschmerzen führen: stundenlanges Starren auf den Computermonitor, eine lange nächtliche Autofahrt, eine nicht erkannte Sehschwäche oder die falsche Brille… wann immer die Augen angestrengt arbeiten, kann es zur Überlastung und infolgedessen zu Kopfschmerzen an der Stirn kommen. Deswegen sind regelmäßige Pausen gleich in mehrfacher Hinsicht wichtig.

Kopfschmerzen an der Stirn selbst behandeln

Wenn Stress immer wieder zu Kopfschmerzen an Stirn führt, ist die beste Strategie dagegen vorzubeugen. Da sich die äußeren Umstände, die zum Stress führen, oft nicht ändern lassen, hilft nur, bei sich selbst anzufangen. Das bedeutet: Lernen Sie, Ihre Zeit besser einzuteilen und lassen Sie nicht zu, dass Sie vom Druck übermannt werden. Sagen Sie auch mal Nein, wenn es Ihnen zu viel wird und nehmen Sie Hilfe an. Ausdauersport, progressive Muskelentspannung, Tai-Chi oder Yoga können ebenfalls zu mehr Entspannung führen.

  • Den Tag strukturieren: Was muss heute dringend erledigt werden? Welche Aufgaben erlauben Aufschub? Kann ich etwas delegieren? Und – ganz wichtig – was tue ich mir Gutes? Wer sich, z. B. kurz vor dem Einschlafen oder morgens beim ersten Kaffee, ein paar Minuten Zeit nimmt, um die Antworten gedanklich durchzuspielen, startet entspannter in den bevorstehenden Tag. To dos und Notizen in Timer oder Smartphone können dabei eine gute Hilfestellung und Übersicht geben – und wenn nötig aufzeigen, wo die Stressoren zu finden sind.
  • Denken gegen den Stress: Wird es wieder einmal hektisch, lassen Sie sich nicht vom Druck vereinnahmen. Schließen Sie einfach kurz die Augen und konzentrieren Sie sich ausschließlich auf den Atem. Zählen Sie das Ein- und Ausatmen zwanzig Mal. So verschaffen Sie sich eine kurze Auszeit und kriegen den Kopf schnell wieder frei. Wer sich nicht auf seinen Atem konzentrieren mag, der geht einfach auf Gedankenreise: Wann war ich das letzte Mal besonders glücklich? Wo war ich? War ich mit anderen Menschen zusammen? Wenn Sie einen schönen Moment in all seinen Feinheiten gedanklich noch einmal durchleben, kommen Sie automatisch zur Ruhe.
  • Augen untersuchen lassen: Nicht korrigierte Fehlsichtigkeit? Falsche Brille? Vielleicht eine Augenerkrankung? Die Umgebung des Auges enthält besonders viele Nerven. Werden sie gereizt, kann der Schmerz in Richtung Schläfen und Stirn ausstrahlen. Ein Besuch beim Augenarzt verschafft Klarheit.
  • Sanfte Schläfenmassage: Mit Zeige-und Mittelfinger wird in langsam kreisenden Bewegungen sanfter Druck auf die schmerzenden Schläfen ausgeübt. Hier, auf beiden Seiten in Höhe der Augenwinkel, befindet sich je eine kleine Vertiefung seitlich des Kopfes – ein Akupressurpunkt, dessen Stimulation zumindest kurzfristig eine Schmerzlinderung verschaffen kann.
  • Kalter Waschlappen: Manche Kopfschmerzgeplagte empfinden es als angenehm, wenn sie sich einen kalten Waschlappen oder einen in ein Tuch gewickelten Eisbeutel auf die schmerzende Stirn legen. Der Kältereiz kann die Kopfschmerzen kurzfristig lindern.

Kopfschmerzen an der Stirn: Wann Sie zum Arzt müssen

Falls Kopfschmerzen an der Stirn oder den Schläfen doch mal eine ernst zu nehmende, vielleicht sogar gefährliche Ursache haben, sollte man die ersten Anzeichen (er)kennen. Lesen Sie hier ein paar Beispiele, bei welchen ein Arztbesuch erforderlich ist:

Nach einem Unfall: Bei einer Gehirnerschütterung kann es zu dumpf drückenden Kopfschmerzen im Stirn- und Schläfenbereich kommen. Ein Schleudertrauma äußerst sich eher durch stechende oder pochende Schmerzen im Hinterkopf, die aber auch Richtung Stirn und Schläfen ausstrahlen können. Nach einem Unfall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Heftige Begleiterscheinungen: Wenn Kopfschmerzen an der Stirn und den Schläfen ganz plötzlich und begleitet von weiteren Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen auftreten, sollten Sie den Notarzt rufen (112). Es kann dann sein, dass eine Gehirnblutung die Ursache ist.

In Verbindung mit Rheuma: Heftiger Schläfenkopfschmerz, der ein- oder beidseitig auftritt, ist typisch für eine Entzündung des Schläfenblutgefäßes (Arteriitis temporalis), die im Rahmen einer rheumatischen Erkrankung auftreten kann. Das Blutgefäß tritt dann als sehr druckempfindlicher Strang in der Schläfenregion hervor. Meist gehen die Beschwerden mit weiteren Symptomen wie einem Taubheitsgefühl oder Sehstörungen einher. Eine sofortige Behandlung ist dringend notwendig, da eine Arteriitis temporalis unbehandelt in kürzester Zeit zur Erblindung oder einem Schlaganfall führen kann.

Kopfschmerzen an der Stirn und den Schläfen: weitere Auslöser

Schießen die Kopfschmerzen an der Stirn blitzartig ein, ist von der Intensität her extrem heftig und dauert nur wenige Sekunden an, kann es sich um eine Trigeminusneuralgie handeln. Der Trigeminusnerv deckt mit seinen drei Ästen die Stirnregion, die Nasen-Wangen-Region und die Kinnpartie ab und wird typischerweise durch mechanische Reize dieser Regionen ausgelöst. Zum Beispiel durch Kauen, Sprechen oder Rasieren. Eine genaue Untersuchung beim Arzt mit Magnetresonanztomographie (MRT) und gegebenenfalls Computertomographie (CT) hilft bei der Diagnosestellung.

Einseitig im Augenbereich auftretende, in die Stirn ausstrahlende Kopfschmerzen können typisch sein für Cluster Kopfschmerzen. Begleitet wird diese sehr seltene Erkrankung von tränenden Augen, einem hängenden Augenlid, verstopfter Nase, Schwitzen im Stirnbereich sowie auch Licht- und Lärmempfindlichkeit oder Übelkeit. Die Schmerzattacken sind sehr heftig, können 15 bis 180 Minuten andauern und mehrmals täglich auftreten. Charakteristisch sind sehr lange – manchmal über Jahre – schmerzfreie Zeiten bis zur nächsten Kopfschmerzattacke. Eine neurologische Untersuchung gibt Aufschluss.

Kopfschmerzen im Schläfenbereich können auch durch das sogenannten Costen-Syndrom ausgelöst werden. Dabei liegt eine Fehlfunktion des Kiefergelenks vor, die unter anderem durch eine Bissanomalie, Zähneknirschen oder schlecht sitzende Prothese ausgelöst wird. Ein Besuch beim Zahnarzt verschafft Klarheit.

Eine Verspannung des großen Stirnmuskels (Frontalis) kann ebenfalls Ursache von Kopfschmerzen in der Stirn sein. Häufiger jedoch ist eine Verspannung von kleineren Stirnmuskeln, zu denen auch der Corrugator-Muskel zählt, der zwischen den Augenbrauen sitzt. Häufiges Zusammenziehen der Augenbrauen kann auf Dauer zur Verspannung dieses Muskels und infolgedessen zu Kopfschmerzen im Stirnbereich führen.

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