Migräne vorbeugen und Trigger erkennen

Wie ein Tagebuch Migräne vorbeugen kann

Rund 90 Prozent aller Migräne-Patienten geben an, zumindest einen Triggerfaktor identifiziert zu haben, der bei Ihnen Beschwerden auslöst. Am häufigsten werden körperlicher oder emotionaler Stress (77 %), Menstruation (72 %), helles oder flackerndes Licht (65 %) und verschiedene Gerüche (61 %) genannt. Die Kontrolle solcher Auslöser ist in vielen Fällen eine wirkungsvolle Methode, um Migräne vorzubeugen. Sie wissen nicht genau, welche Faktoren bei Ihnen Attacken auslösen? Dann kann Ihnen ein Kopfschmerztagebuch dabei helfen, Migräne vorzubeugen. Indem Sie Ihren Tagesablauf genau dokumentieren, lassen sich Zusammenhänge zwischen auslösenden Ereignissen und Attacken besser ziehen. Wenn Sie Migräne vorbeugen wollen, indem Sie Triggerfaktoren kontrollieren, sollten Sie einige wichtige Zusammenhänge kennen:

  1. Triggerfaktoren sind sehr individuell. Bei einigen Patienten lösen Stress oder Rotwein die Beschwerden aus, bei anderen sind es z. B. Hormone.
  2. Es ist eher die Ausnahme, dass es stets derselbe Trigger ist, der bei einem Patienten Migräne auslöst.
  3. Es ist möglich, dass 2 Faktoren zusammenkommen müssen, damit diese zum Trigger werden.
  4. Einige Auslöser können gleichzeitig Migräne vorbeugen oder lindern (z. B. Koffein).
  5. Am besten können Sie Migräne vorbeugen, indem Sie Ihren Tagesablauf sehr regelmäßig gestalten. Mit festen Essenszeiten lässt sich Migräne meist besser vorbeugen als mit einer speziellen Diät. Ebenso wichtig sind feste Schlafenszeiten. Wer Migräne vorbeugen möchte, sollte daher auch am Wochenende zur gewohnten Zeit aufstehen und auf ausgiebiges Ausschlafen verzichten.

Wenn Sie Migräne vorbeugen und Triggerfaktoren kontrollieren wollen, sollten Sie am besten Ihr Migränetagebuch zum nächsten Arzttermin mitbringen. Der Experte kann Ihnen helfen, Auslöser zu identifizieren und zusammen mit Ihnen einen Plan entwickeln, diese in Zukunft zu meiden.

Wie Sie Migräne vorbeugen, wenn Stress bei Ihnen ein Trigger ist

Wer Migräne vorbeugen möchte, sollte über den Trigger Stress einige Zusammenhänge kennen. Attacken treten schließlich selten dann auf, wenn die Anspannung am größten ist. Vielmehr beginnen die Beschwerden meist in der Phase der Erholung oder in Erwartung von unangenehmen Ereignissen. Typisch ist z. B. die sogenannte Wochenend-Migräne. Diese setzt erst dann ein, wenn Betroffene zur Ruhe kommen. Diese Information ist wichtig, um Belastung als Trigger richtig zuzuordnen. Wenn feststeht, dass Anspannung bei Ihnen ein Auslöser ist, eignen sich Entspannungsmethoden, um Migräne vorzubeugen. Auch ein sogenanntes Stressbewältigungstraining hilft vielen Betroffenen. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt, welche Möglichkeiten und Kurse es gibt, um Stress zu lindern und Migräne vorzubeugen.

Weitere Trigger, deren Kontrolle Migräne vorbeugen kann

Wetter und Klima
Wetterumschläge, Föhn oder extreme Wetterlagen können bei empfindsamen Personen Attacken auslösen. Man kann das Wetter zwar nicht ändern und sich den Wettereinflüssen auch nicht völlig entziehen, aber man sollte direkte, starke Sonnenbestrahlung oder schwüle Hitze möglichst meiden, um Migräne vorzubeugen.

Körperliche Anstrengung
Übermäßige körperliche Belastung bei der Arbeit oder beim Sport kann zum Migräneanfall führen. Dagegen ist regelmäßig betriebener, schonender Ausdauersport wie z. B. Radfahren, Schwimmen oder Laufen ein bewährtes Mittel zur Vorbeugung. Trainieren Sie möglichst 2 bis 3 Mal pro Woche ca. 20 bis 30 Minuten lang, um Migräne vorzubeugen. Belasten Sie den Körper ausreichend, aber überfordern Sie ihn nicht. Als Faustregel gilt 180 minus Lebensalter in Jahren = Pulszahl im Training.

Nahrungsmittel und Alkoholika
Alkoholische Getränke können selbst in geringer Menge eine Migräneattacke auslösen. Meist ist die Ursache nicht der reine Alkohol, sondern die Kombination mit bestimmten Begleitstoffen, z. B. dem rotvioletten Traubenfarbstoff. Auch bestimmte Inhaltsstoffe in Käse, Würstchen, Schokolade, Zitrusfrüchten oder Fertiggerichten sind als Triggerfaktoren bekannt – achten Sie z. B. auf den Geschmacksverstärker Natriumglutamat. Mehr dazu unter Kopfschmerzen durch Ernährung. Um Migräne vorzubeugen lohnt es sich, die eigenen Essgewohnheiten zu beobachten und nach persönlichen Triggerfaktoren zu suchen. Indem Sie dann Ihre kritischen Nahrungsmittel meiden, können Sie Migräne entgehen.

Schlaf
Eine Abweichung vom gewohnten Schlafrhythmus, wenn man beispielsweise am Wochenende wesentlich länger schläft als sonst, kann einen Anfall auslösen. Wenn Sie Migräne vorbeugen wollen, hilft es, wenn Sie sich einen festen Tagesrhythmus zulegen. Dazu gehört es z. B. auch, sich an feste Essenszeiten und Trinkmengen zu halten.

Verhütungsmittel/Menstruation
Die Einnahme einer Antibabypille kann Migräne oft verschlimmern. In diesen Fällen können Sie Migräne vorbeugen, indem Sie unter fachärztlicher Anleitung das Präparat absetzen und eine Pille mit einem niedrigen oder überhaupt keinem Östrogenanteil ausprobieren. Sollte aber die natürliche Hormonverschiebung während des Menstruationszyklus der Auslöser sein, gibt es zur Empfängnisverhütung auch die 3-Monats-Spritze: Dabei wird alle 12 Wochen ein Gestagen-Hormon gespritzt. Fragen Sie am besten Ihren Gynäkologen, mit welchen Präparaten Sie primär verhüten und gleichzeitig einer Migräneattacke am besten vorbeugen können.

Wussten Sie eigentlich,… dass Schokolade oder Käse entgegen der früheren Auffassungen nicht zu den Auslösern von Migräne zählen? Der Heißhunger auf Schokolade scheint hingegen eher ein Vorbote für eine bald folgende Migräneattacke zu sein.

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