Coffein gegen Kopfschmerzen: Wirkweise und Hintergründe

Bei Kopfschmerzen Coffein statt Schmerztabletten?

Ein Espresso mit Zitrone bei einer beginnenden Migräne-Attacke? Ein angesagter Tipp bei Kopfschmerzen. Doch was steckt wirklich dahinter? Tatsächlich kann Coffein Kopfschmerz-lindernd wirken, das ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen. Es wirkt darüber hinaus gefäßerweiternd, ein Faktor, von dem ein Kopfschmerz-Geplagter profitieren kann. Doch das alte Hausmittel ist nicht jedermanns Geschmack und die Wirkung stark abhängig vom Coffeingehalt des Kaffees. In einer verlässlich wirkenden immer gleichen Menge wird Coffein in Schmerztabletten in der Kombination mit Paracetamol und ASS bei Kopfschmerzen eingesetzt (wie z.B. in Thomapyrin®). Hier wirkt es nicht nur als schmerzlindernde Einzelsubstanz, sondern potenziert die Wirksamkeit der anderen Komponenten. Darüber, wie Coffein als Einzelwirkstoff schmerzlindernd wirkt, diskutieren Wissenschaftler heute. Studien haben bisher vier Effekte belegt.

Bei Kopfschmerzen wirkt Coffein so ähnlich wie ASS
Coffein gelangt sehr schnell in unseren Blutkreislauf, nach ungefähr 30 bis 45 Minuten ist es nachweisbar. Über diesen wird der Stoff im Körper verteilt, bleibt dort etwa vier Stunden und wird dann über den Urin wieder ausgeschieden. Währenddessen macht uns die Substanz nicht bloß wach, sondern sogar Kopfschmerzen lassen durch Coffein nach. Warum das so ist, haben Forscher nun herausgefunden. Eine Studie1 belegt, dass der Pflanzenstoff im Körper die Produktion sogenannter Prostaglandine hemmt. Dabei handelt es sich um Gewebshormone, die eine große Rolle bei der Schmerzentstehung spielen. Über den gleichen Effekt entfaltet z. B. auch Acetylsalicylsäure (ASS) seine schmerzlindernde Wirkung. Bloß setzt der Arzneistoff dabei an einer anderen Stelle der Prostaglandinkaskade ein. Das ist ein Grund dafür, dass die Behandlung von Kopfschmerzen mit ASS durch Coffein gut ergänzt werden kann, schlussfolgern die Wissenschaftler. Vor allem bei der Therapie von Migräne zeigt die Kombination mit klassischen Schmerzmitteln wie ASS und Paracetamol gute Erfolge.

Wie Coffein im Gehirn Kopfschmerzauslöser stoppen kann

Eine weitere Studie2 belegt, dass Coffein die Freisetzung des schmerzlindernden Hormons Noradrenalin im Gehirn erhöhen kann. Deswegen wird bei Kopfschmerzen zu einer Kombination aus Coffein, Paracetamol und ASS geraten. Denn die zwei Arzneistoffe senken ihrerseits den Spiegel des schmerzauslösenden Hormons Dopamin. Bei Kopfschmerzen ergänzt Coffein das Wirkstoffduo daher optimal.

Kombinationspräparate bei Kopfschmerzen – Dreierkombination aus Coffein, Paracetamol und ASS

Bei Kopfschmerzen wirkt Coffein, wenn es mit ASS und Paracetamol kombiniert wird (wie z.B. in Thomapyrin®), wie eine Art Beschleuniger. Es verschnellert unter anderem die Aufnahme der Wirkstoffe ins Blut, so dass sich eine schnellere Wirkung erzielen lässt. In fixen Kombinationspräparaten sind ASS und Paracetamol so ideal mit Coffein als Verstärker kombiniert, dass sie bei Kopfschmerzen 15 Minuten schneller wirken als die entsprechenden Einzelsubstanzen. Gleichzeitig kann die Wirkstoffmenge der Einzelsubstanzen pro Tablette gering gehalten werden, was sie noch verträglicher macht. Experten-Gremien wie die DMKG verweisen deshalb auf die positive Wirksamkeit bei Spannungskopfschmerzen und Migräne die durch Studien belegt ist. Kombinationspräparate sind deshalb aus der Sicht der entsprechenden Fachgesellschaften Mittel der ersten Wahl mit hervorgehobener Empfehlung.

1 Fiebich, B., et al., Effects of caffeine and paracetamol alone or in combination with acetylsalicylic acid on prostaglandin E(2) synthesis in rat microglial cells. Neuropharmacology 39 (2000) 2205-2213
2 Fiebig, B., et al., Modulation of catecholamine release from rat striatal slices by the fixed combination of aspirin, paracetamol and caffeine. Pharmacol. Res. 53 (2006) 391-396

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