Migräne: das Gewitter im Kopf

Ein Pochen und Hämmern im Kopf, das meist einseitig auftritt – so beschreiben Betroffene den Migräneschmerz. Nach Spannungskopfschmerzen ist Migräne die zweithäufigste Kopfschmerzart überhaupt. Weltweit leiden laut WHO rund 8 Prozent aller Männer und 18 Prozent aller Frauen darunter. Im Alter von 35 bis 45 machen Männer sogar nur ein Drittel der Betroffenen aus. Kein Wunder also, dass Migräne häufig als Frauenleiden bezeichnet wird. Der Grund für die ungleiche Verteilung sind übrigens Hormone: Vor allem das Absinken des Östrogenspiegels kurz vor der Periode gilt bei Frauen als typischer Auslöser von Attacken.

Migräne – ein unterschätztes Leiden
Über die Erkrankung kursieren viele Vorurteile: Die will sich bloß ihren ehelichen Pflichten entziehen, Der drückt sich eh' nur vor der Arbeit, um nur wenige Beispiele zu nennen. Dabei ist Migräne eine ernsthafte und chronische Erkrankung, die den Alltag und die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt. Migräne kann und sollte immer behandelt werden, denn eine Therapie vermag den Leidensdruck deutlich zu senken. Bei leichteren Symptomen genügen meist Schmerzmittel (Analgetika) und Arzneien gegen Übelkeit (Antiemetika). Bei schweren Attacken sind besondere Migräne-Arzneien, sogenannte Triptane, das Mittel der Wahl. Aber auch nichtmedikamentöse Verfahren sind eine wichtige Säule in der Therapie und Prophylaxe, die in Kombination mit der medikamentösen Therapie meist die besten Ergebnisse zeigen.

Formen und typische Begleiterscheinungen von Migräne

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft unterscheidet zwei Typen von Migräne: mit und ohne Aura. Von der Migräne ohne Aura sind etwa 90 Prozent aller Migräniker betroffen. Generell treten die Beschwerden fast immer nur in einer Kopfhälfte auf. Daher hat die Migräne auch ihren Namen. Dieser leitet sich aus der griechischen Bezeichnung"Hemikranie" ab, was so viel wie"halbköpfig" bedeutet. Die Beschwerden setzen oft in den frühen Morgenstunden ein bzw. äußern sich bereits beim Aufwachen. Migräne wird in der Regel von einer Überempfindlichkeit gegen Licht (bei 60 % aller Attacken), Geräusche (50 %) und auch Gerüche (10 %) begleitet. Wer darunter leidet, zieht sich daher meist in ruhige, abgedunkelte Räume zurück. Während eines Migräneanfalls kommt es allerdings nicht nur zu Kopfschmerzen. Begleitende Symptome wie Appetitlosigkeit (fast immer), Übelkeit (80 %) und Erbrechen (40–50 %) sind in der Regel damit verbunden. Attacken treten anfallsartig in bestimmten Zeitabständen auf. Ein Anfall dauert laut Definition der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft zwischen 4 und 72 Stunden.

So äußert sich Migräne mit Aura

Bei einigen Patienten treten ca. eine halbe Stunde vor der Migräne-Attacke Sehstörungen auf. Man spricht dann von einer"Migräne mit Aura". Nur 10 Prozent aller Erkrankten sind davon betroffen. Flimmern, Schleier oder Schlieren können im Gesichtsfeld erscheinen. Manche Patienten berichten auch von einer sternförmigen Figur mit gezackten, bunt flimmernden Rändern. Es kommen auch"blinde" Flecken im Gesichtsfeld vor. Seltener sind bei Migräne mit Aura Symptome wie ein taubes Gefühl im Mund,"Ameisenkribbeln" im Arm, Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen, Sprachstörungen oder Schwindel.

Migräne bei Kindern

Bis zum neunten Lebensjahr leiden etwa 2,5 Prozent aller Kinder unter Migräne – bis zum zwölften Lebensjahr sind es sogar fast 5 Prozent, Tendenz steigend. Jungen und Mädchen sind gleich oft betroffen. Neuere Studien lassen erkennen, dass Migräne-Neuerkrankungen bei Kindern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben. In jungen Jahren wird die Migräne oft von ausgeprägter Übelkeit und Brechreiz begleitet. Bauchschmerzen gehören ebenfalls häufig dazu. Manchmal ist der typische Kopfschmerz nur gering ausgeprägt, dafür die Begleitsymptome umso stärker, was die Diagnose erschweren kann. Außerdem zeigt sich der Migräne-Kopfschmerz bei Kindern selten nur einseitig. Nach der Pubertät kommt es bei einem Großteil der Kinder zu einer deutlichen Besserung oder sogar zum Verschwinden der Migräne. Je besser es gelingt, Triggerfaktoren zu vermeiden, desto größer ist die Chance, als Erwachsener migränefrei zu sein. Dauerhafter Stress verschlechtert die Prognose deutlich.

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